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Wortbericht: Janhagel

Wortbericht: Janhagel

Das alte Sub­stan­tiv J. steht für Gesin­del, Pöbel und ist im Nie­der­deut­schen des 17. Jahr­hun­derts ent­stan­den aus dem nie­der­län­di­schen Vor­na­men Johann/Jan und dem Fluch, dass jeman­den der Hagel tref­fen möge. (Vgl. etwa den Ein­trag im Digi­ta­len Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che, DWDS, sowie im Online-Duden.) Mein 

Ach, Aldi

Ach, Aldi

Cor­­po­ra­­te-Iden­­ti­­ty-Schrei­­bun­­­gen, wohin man schaut. Fast gewöh­ne ich mich an Namens-Ver­­­sa­­li­­sie­­rung (ALDI) und Bin­nen­ma­jus­keln (Lin­kedIn). Das tue ich zwar gern als typo­gra­phisch schlech­ten Stil und bis­wei­len seman­ti­schen Unsinn ab – wobei ich mich aber wirk­lich nicht auf ein blo­ßes Schul­ter­zu­cken zurück­zie­hen kann, das ist die weit 

Ambulante Beratung

Ambulante Beratung

Dem Den­ken im Dia­log auf die Sprün­ge hel­fen – zu mei­nen bes­ten beruf­li­chen Erfah­run­gen wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie gehö­ren die beglü­cken­den Momen­te, in denen der Aus­tausch mit einem Gegen­über pro­duk­tiv wird. Das geht gegen­wär­tig natür­lich tele­fo­nisch oder per Video­call – als effek­tivs­te und berei­chernds­te Mögichkeit erle­be ich aber immer wie­der die Ver­ab­re­dung zum »Denk-Spa­zier­gang«. Das ist es, was ich ambu­lan­te Bera­tung nenne.

Ob nun als Aus­tausch über die Eck­punk­te einer Pro­jekt­ar­beit, als kon­kre­te Text­dis­kus­si­on und Argu­men­ta­ti­ons­be­ra­tung oder in Form eines gemein­sa­men Brain­stor­mings: In Bewe­gung wird das Den­ken ange­regt, flie­ßen gemein­sa­me Krea­ti­vi­tät und Produktivität.

Habe ich Ihr Inter­es­se geweckt? Schrei­ben Sie mir unter kontakt(at)michael-sellhoff.de.


PS: Klei­ner begriffs­ge­schicht­li­cher Exkurs gefällig?

Das latei­ni­sche »ambu­la­re« bedeu­tet so viel wie umher­ge­hen, wan­deln. Für die anti­ke Phi­lo­so­phie war Bewe­gung so eng mit dem Den­ken ver­bun­den, dass die Schu­le des Aris­to­te­les ihren Namen nach dem Begriff für »Wan­del­hal­le«, Peri­pa­tos, erhielt und ihre Anhän­ger ent­spre­chend Peri­pa­teti­ker genannt wurden.

Auch acht Jahr­hun­der­te spä­ter ist das Umher­wan­deln phi­lo­so­phisch von Bedeu­tung; Augus­ti­nus nimmt ihn in einem Dia­log zur Pra­xis des Leh­rens und Ler­nens als Exem­pel: Ob sein Gesprächs­part­ner nicht wis­se, dass »›Umher­ge­hen‹ etwas ande­res ist als ›Eilen‹«? (1)

Über Imma­nu­el Kant schließ­lich ist bekannt, dass die Königs­ber­ger nach sei­nem Abend-Spa­zier­gang die Uhr stel­len konn­ten. Frag­los ist auch ihm das Gehen gedank­lich anre­gend gewesen.

Natür­lich kommt auch unser wei­ter­hin gebräuch­li­ches Wort »Ambu­lanz« daher. Der vier­bän­di­ge Brock­haus von 1922 ver­zeich­net dazu noch: »ambu­lant, her­um­strei­fend, wan­dernd«; »Ambu­lanz, flie­gen­des Feld­la­za­rett « … O tem­po­ra, o mores.

(1) Zitiert nach Mar­kus Arnold, Die Erfah­rung der Phi­lo­so­phen, S.98 (abge­ru­fen am 26. März 2021).

Bild: Pla­ton und Aris­to­te­les, Aus­schnitt aus »Die Schu­le von Athen«, Fres­ko von Raf­fa­el (Wiki­pe­dia: gemein­frei)

Lego-Sprache

Lego-Sprache

In der kürz­lich erschie­ne­nen Lite­ra­tur­bei­la­ge der ZEIT (12/21) fin­det sich ein gro­ßes Inter­view mit der in Eng­land gebo­re­nen deut­schen Schrift­stel­le­rin Sharon Dodua Otoo. Gemein­sam mit Inter­view­er Ijo­ma Man­gold ver­gleicht sie dar­in anläss­lich ihres Debüt­ro­mans Adas Raum die Vor­zü­ge und Nach­tei­le der eng­li­schen und deut­schen Spra­che: 

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Dahin­ter ver­birgt sich die in Öster­reich ver­brei­te­te Ein­heit für coro­­na-kon­­for­­men Min­dest­ab­stand (1 Meter). Wie der ORF in einem Bei­trag erzählt, geht die Begriffs­prä­gung auf eine beauf­trag­te Wer­be­agen­tur zurück – und der Ele­fant müs­se schon recht jung sein, auch blei­be der Rüs­sel unbe­rück­sich­tigt.  Wie ich dar­auf 

Sprachanstand

Sprachanstand

Lie­be taz,

der ZEIT lag kürz­lich ein Fly­er von Dir bei, mit dem Slo­gan »Min­dest­an­stand ein­hal­ten« warbst Du dar­in für Mei­nungs­viel­falt – und deren Unter­stüt­zung durch Ein­tritt in Dei­ne Genos­sen­schaft. So weit, so gut und nachvollziebar.

Als Lek­tor habe ich nur einen klei­nen Vor­schlag zur Gestal­tung Dei­ner Wer­be­mit­tel: Wo Dein Namens­zug mit Tat­ze und schwar­zem Hin­ter­grund gra­fisch gestal­tet ist, lässt sich ja gut und gern ein klein­ge­schrie­be­nes »genos­sen­schaft« ohne Bin­de­strich anfü­gen. Im Fließ­text wird die Genos­sen­schaft am Anfang berech­tigt groß – dann gehört da aber (Cor­po­ra­te Iden­ti­ty hin oder her) auch ein Bin­de­strich hin: »taz-Genos­sen­schaft«. Dann klappts viel­leicht noch bes­ser mit den Mitgliedern.

Vie­le Grü­ße
Micha­el Sellhoff

PS: Ach, so viel Wer­bung. Der Frei­tag gewinnt im direk­ten Sprach­an­stand-Ver­gleich, er ver­an­stal­tet, eben­falls als Bei­la­ge zur ZEIT, eine »Frei­tag-Umfra­ge«.

Ahoi!

Ahoi!

Neu­lich kam ich nach so lan­ger Abwe­sen­heit an mei­nen Schreib­tisch im Cars­ten Frahm Ver­lag, dass das Öff­nen eines Päck­chens noch das Herbst­pro­gramm vom KJM Buch­ver­lag zuta­ge brach­te. Tol­le Über­ra­schung: Dar­in fand sich auch das neue Buch von Seli­na See­mann, »Ahoi! Gedan­ken aus dem Nicht­schwim­mer­be­cken«. Bes­se­re 

Das sollten Sie wissen

Das sollten Sie wissen

Auf der neu­en Sei­te »Tech­ni­sches« (im Haupt­me­nü direkt neben der Rubrik »Misc.«) habe ich ein­mal kurz zusam­men­ge­fasst, mit wel­chen digi­ta­len Mit­teln ich übli­cher­wei­se arbei­te – damit Sie wis­sen, wo Ihre Daten sind und wo nicht: Auf euro­päi­schen Ser­vern, in frei­er Soft­ware; nicht in Über­see oder 

Neues Webprojekt

Neues Webprojekt

Im Lau­fe ihres Lebens erkran­ken rund 17 % der erwach­se­nen Deut­schen wenigs­tens ein­mal an einer Depres­si­on (nach­zu­le­sen auf der Sei­te der Deut­schen Depres­si­ons­hil­fe). Hier kommt die Web­sei­te eines Betrof­fe­nen, die zei­gen soll, dass Depres­sio­nen Offen­heit in der Mit­te der Gesell­schaft ver­die­nen und wie das Leben damit wei­ter­geht: mei­ne eigene.

https://depressions-abc.de

Neulich im Interpunktionsmeeting

Neulich im Interpunktionsmeeting

Macht mal Platz da – ich brau­che Raum zum Den­ken“, ver­schaff­te sich der Gedan­ken­strich einen Leer­schritt links und rechts. „Du auf­ge­bla­se­ner Bin­­de-Strich“, ätz­ten die Vier­tel­ge­vier­te Aus­­las­­sungs- und Trenn­strich gemein­sam. „Immer­hin dop­pelt so lang wie ihr“, spran­gen Gedan­ken­strichs Geschwis­ter, Bis- und Stre­cken­strich, ihrem gleich­lan­gen Hal­b­­ge­­viert-Bru­­der zur