Aktuelles

Ach, Aldi

Ach, Aldi

Cor­­po­ra­­te-Iden­­ti­­ty-Schrei­­bun­­­gen, wohin man schaut. Fast gewöh­ne ich mich an Namens-Ver­­­sa­­li­­sie­­rung (ALDI) und Bin­nen­ma­jus­keln (Lin­kedIn). Das tue ich zwar gern als typo­gra­phisch schlech­ten Stil und bis­wei­len seman­ti­schen Unsinn ab – wobei ich mich aber wirk­lich nicht auf ein blo­ßes Schul­ter­zu­cken zurück­zie­hen kann, das ist die weit 

Ambulante Beratung

Ambulante Beratung

Dem Den­ken im Dia­log auf die Sprün­ge hel­fen – zu mei­nen bes­ten beruf­li­chen Erfah­run­gen wäh­rend der Coro­­na-Pan­­de­­mie gehö­ren die beglü­cken­den Momen­te, in denen der Aus­tausch mit einem Gegen­über pro­duk­tiv wird. Das geht gegen­wär­tig natür­lich tele­fo­nisch oder per Video­call – als effek­tivs­te und berei­chernds­te Mögichkeit erle­be 

Lego-Sprache

Lego-Sprache

In der kürz­lich erschie­ne­nen Lite­ra­tur­bei­la­ge der ZEIT (12/21) fin­det sich ein gro­ßes Inter­view mit der in Eng­land gebo­re­nen deut­schen Schrift­stel­le­rin Sharon Dodua Otoo. Gemein­sam mit Inter­view­er Ijo­ma Man­gold ver­gleicht sie dar­in anläss­lich ihres Debüt­ro­mans Adas Raum die Vor­zü­ge und Nach­tei­le der eng­li­schen und deut­schen Spra­che: Das Eng­li­sche sei tole­ran­ter gegen­über Spre­cher-Eigen­hei­ten, wie etwa durch die gha­nai­sche Her­kunft ihrer Eltern.

Und das Deut­sche? »Es ist sehr leicht, neue Wör­ter zu erfin­den.« Sie habe ein­mal das Gegen­stück zu über­wäl­tigt geprägt: unter­wäl­tigt. Des­halb sei Deutsch für sie die »Lego-Spra­che«.

Als jemand, der selbst mit den däni­schen Wun­der­stei­nen auf­ge­wach­sen ist und dazu unzäh­li­ge Stun­den mit sei­nem lego-begeis­ter­ten Sohn gebaut hat, sage ich dazu: Ein tol­les Bild für die unbe­grenz­ten Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der deut­schen Spra­che! Den­ke ich das Bild wei­ter, fällt mir noch ein, wie fest und sta­bil die Ver­bin­dun­gen dank der paten­tier­ten Nop­pen sind …

Bild von M W auf Pixabay

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Dahin­ter ver­birgt sich die in Öster­reich ver­brei­te­te Ein­heit für coro­­na-kon­­for­­men Min­dest­ab­stand (1 Meter). Wie der ORF in einem Bei­trag erzählt, geht die Begriffs­prä­gung auf eine beauf­trag­te Wer­be­agen­tur zurück – und der Ele­fant müs­se schon recht jung sein, auch blei­be der Rüs­sel unbe­rück­sich­tigt.  Wie ich dar­auf 

Sprachanstand

Sprachanstand

Lie­be taz, der ZEIT lag kürz­lich ein Fly­er von Dir bei, mit dem Slo­gan »Min­dest­an­stand ein­hal­ten« warbst Du dar­in für Mei­nungs­viel­falt – und deren Unter­stüt­zung durch Ein­tritt in Dei­ne Genos­sen­schaft. So weit, so gut und nach­voll­zie­bar. Als Lek­tor habe ich nur einen klei­nen Vor­schlag zur 

Ahoi!

Ahoi!

Neu­lich kam ich nach so lan­ger Abwe­sen­heit an mei­nen Schreib­tisch im Cars­ten Frahm Ver­lag, dass das Öff­nen eines Päck­chens noch das Herbst­pro­gramm vom KJM Buch­ver­lag zuta­ge brach­te. Tol­le Über­ra­schung: Dar­in fand sich auch das neue Buch von Seli­na See­mann, »Ahoi! Gedan­ken aus dem Nichtschwimmerbecken«.

Bes­se­re Ver­lags­wer­bung kann man ja gar nicht machen, dach­te ich mir, steck­te das Buch in mei­nen Fahr­radruck­sack und freu­te mich schon mal ordent­lich aufs Lesen zu Hau­se. Ich wuss­te näm­lich, dass Seli­na See­mann zu den famo­sen »Irgend­was mit Möwen«, der stän­di­gen Kie­ler Poe­try-Slam-Ver­tre­tung gehört – und da war ich also gleich neugierig.

Der Über­ra­schun­gen war damit aber noch kein Ende. Denn nicht nur ist der Band gekonnt-nor­disch von Mona Har­ry illus­triert (genau, von der Poe­try Slam­me­rin mit der »Norden«-Liebeserklärung), son­dern es ste­cken so herr­li­che Kurz­ge­schich­ten und Slam-Tex­te drin, dass ich halt ein­fach nicht mehr auf­ge­hört habe zu lesen. Um dabei fest­zu­stel­len: »Super­markt« ist lus­tig abge­dreht, die Sache mit den Dick­pics raus­zu­hau­en war ein­fach mal fäl­lig, »Der Dreck, die Lie­be, das Ech­te« reißt mich mit – aber mein Herz schlägt für die platt­deut­schen Tex­te. »Zuhau­se« (war­um eigent­lich nicht »Tohuus«?) macht mir – der zwar im Nor­den groß gewor­den ist, aber dank zuge­zo­ge­ner Eltern nie platt­sch­nacken gelernt hat – so ein schön war­mes Dör­te-Han­sen-Gefühl …

Mona Har­ry sagt es in ihren per­sön­li­chen Wor­ten über die Autorin am Ende des Buches so tref­fend, See­manns Tex­te haben »die Flü­gel­spann­wei­te einer wirk­lich gro­ßen Möwe«. Kann man einer schles­wig-hol­stei­ni­schen Autorin etwas Schö­ne­res sagen? Dass sie laut Har­ry den bes­ten Nach­na­men habe, den es gibt – ja, da muss­te ich noch­mal schmun­zeln und an mei­ne Schul­freun­din Hei­ke See­mann den­ken. Viel­leicht bin ich wegen ihr erst auf Wink mit dem Zaun­pfahl emp­fäng­lich für die Beson­der­heit des Namens.

So oder so, ich freue mich aufs nächs­te Selina-Seemann-Buch.

Das sollten Sie wissen

Das sollten Sie wissen

Auf der neu­en Sei­te »Tech­ni­sches« (im Haupt­me­nü direkt neben der Rubrik »Misc.«) habe ich ein­mal kurz zusam­men­ge­fasst, mit wel­chen digi­ta­len Mit­teln ich übli­cher­wei­se arbei­te – damit Sie wis­sen, wo Ihre Daten sind und wo nicht: Auf euro­päi­schen Ser­vern, in frei­er Soft­ware; nicht in Über­see oder 

Neues Webprojekt

Neues Webprojekt

Im Lau­fe ihres Lebens erkran­ken rund 17 % der erwach­se­nen Deut­schen wenigs­tens ein­mal an einer Depres­si­on (nach­zu­le­sen auf der Sei­te der Deut­schen Depres­si­ons­hil­fe). Hier kommt die Web­sei­te eines Betrof­fe­nen, die zei­gen soll, dass Depres­sio­nen Offen­heit in der Mit­te der Gesell­schaft ver­die­nen und wie das Leben 

Neulich im Interpunktionsmeeting

Neulich im Interpunktionsmeeting

Macht mal Platz da – ich brau­che Raum zum Den­ken“, ver­schaff­te sich der Gedan­ken­strich einen Leer­schritt links und rechts. „Du auf­ge­bla­se­ner Bin­de-Strich“, ätz­ten die Vier­tel­ge­vier­te Aus­las­sungs- und Trenn­strich gemeinsam.

Immer­hin dop­pelt so lang wie ihr“, spran­gen Gedan­ken­strichs Geschwis­ter, Bis- und Stre­cken­strich, ihrem gleich­lan­gen Halb­ge­viert-Bru­der zur Sei­te. „Und die Leer­schrit­te kann er von uns haben, wir brau­chen sie ja meist nicht.“

Bei Euch geh­t’s immer nur um ‚Län­ge‘“, maul­ten die Anfüh­rungs­zei­chen. „Habt ihr auch mal bemerkt, wie hübsch wir uns immer in der Form ‚99 – 66‘ run­den?“ „Klar …“, lie­ßen die Aus­las­sungs­punk­te sich ver­neh­men, „nur der A… von Apo­stroph muss aus der Rei­he tan­zen und sich als ein­zi­ge 9 nach oben hängen …“

Bild von Free-Pho­tos auf Pixabay

Keine 2. Chance für den 1. Eindruck

Keine 2. Chance für den 1. Eindruck

Dass der ers­te Ein­druck wich­tig ist und kaum aus­ge­bü­gelt wer­den kann, gilt in beson­de­rem Maße für Tex­te. Stel­len Sie sich vor: Sie hal­ten das Ergeb­nis einer von Ihnen in Auf­trag gege­be­nen Unter­su­chung in den Hän­den. Beim Lesen des Manage­ment Sum­ma­ry fal­len Ihnen gleich zu Beginn Recht­schreib­feh­ler