Aktuelles

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Mein Wort des Tages: Babyelefant

Dahin­ter ver­birgt sich die in Öster­reich ver­brei­te­te Ein­heit für coro­­na-kon­­for­­men Min­dest­ab­stand (1 Meter). Wie der ORF in einem Bei­trag erzählt, geht die Begriffs­prä­gung auf eine beauf­trag­te Wer­be­agen­tur zurück – und der Ele­fant müs­se schon recht jung sein, auch blei­be der Rüs­sel unbe­rück­sich­tigt.  Wie ich dar­auf 

Sprachanstand

Sprachanstand

Lie­be taz, der ZEIT lag kürz­lich ein Fly­er von Dir bei, mit dem Slo­gan »Min­dest­an­stand ein­hal­ten« warbst Du dar­in für Mei­nungs­viel­falt – und deren Unter­stüt­zung durch Ein­tritt in Dei­ne Genos­sen­schaft. So weit, so gut und nach­voll­zie­bar. Als Lek­tor habe ich nur einen klei­nen Vor­schlag zur 

Ahoi!

Ahoi!

Neu­lich kam ich nach so lan­ger Abwe­sen­heit an mei­nen Schreib­tisch im Cars­ten Frahm Ver­lag, dass das Öff­nen eines Päck­chens noch das Herbst­pro­gramm vom KJM Buch­ver­lag zuta­ge brach­te. Tol­le Über­ra­schung: Dar­in fand sich auch das neue Buch von Seli­na See­mann, »Ahoi! Gedan­ken aus dem Nichtschwimmerbecken«.

Bes­se­re Ver­lags­wer­bung kann man ja gar nicht machen, dach­te ich mir, steck­te das Buch in mei­nen Fahr­radruck­sack und freu­te mich schon mal ordent­lich aufs Lesen zu Hau­se. Ich wuss­te näm­lich, dass Seli­na See­mann zu den famo­sen »Irgend­was mit Möwen«, der stän­di­gen Kie­ler Poe­try-Slam-Ver­tre­tung gehört – und da war ich also gleich neugierig.

Der Über­ra­schun­gen war damit aber noch kein Ende. Denn nicht nur ist der Band gekonnt-nor­disch von Mona Har­ry illus­triert (genau, von der Poe­try Slam­me­rin mit der »Norden«-Liebeserklärung), son­dern es ste­cken so herr­li­che Kurz­ge­schich­ten und Slam-Tex­te drin, dass ich halt ein­fach nicht mehr auf­ge­hört habe zu lesen. Um dabei fest­zu­stel­len: »Super­markt« ist lus­tig abge­dreht, die Sache mit den Dick­pics raus­zu­hau­en war ein­fach mal fäl­lig, »Der Dreck, die Lie­be, das Ech­te« reißt mich mit – aber mein Herz schlägt für die platt­deut­schen Tex­te. »Zuhau­se« (war­um eigent­lich nicht »Tohuus«?) macht mir – der zwar im Nor­den groß gewor­den ist, aber dank zuge­zo­ge­ner Eltern nie platt­sch­nacken gelernt hat – so ein schön war­mes Dör­te-Han­sen-Gefühl …

Mona Har­ry sagt es in ihren per­sön­li­chen Wor­ten über die Autorin am Ende des Buches so tref­fend, See­manns Tex­te haben »die Flü­gel­spann­wei­te einer wirk­lich gro­ßen Möwe«. Kann man einer schles­wig-hol­stei­ni­schen Autorin etwas Schö­ne­res sagen? Dass sie laut Har­ry den bes­ten Nach­na­men habe, den es gibt – ja, da muss­te ich noch­mal schmun­zeln und an mei­ne Schul­freun­din Hei­ke See­mann den­ken. Viel­leicht bin ich wegen ihr erst auf Wink mit dem Zaun­pfahl emp­fäng­lich für die Beson­der­heit des Namens.

So oder so, ich freue mich aufs nächs­te Selina-Seemann-Buch.

Das sollten Sie wissen

Das sollten Sie wissen

Auf der neu­en Sei­te »Tech­ni­sches« (im Haupt­me­nü direkt neben der Rubrik »Misc.«) habe ich ein­mal kurz zusam­men­ge­fasst, mit wel­chen digi­ta­len Mit­teln ich übli­cher­wei­se arbei­te – damit Sie wis­sen, wo Ihre Daten sind und wo nicht: Auf euro­päi­schen Ser­vern, in frei­er Soft­ware; nicht in Über­see oder 

Neues Webprojekt

Neues Webprojekt

Im Lau­fe ihres Lebens erkran­ken rund 17 % der erwach­se­nen Deut­schen wenigs­tens ein­mal an einer Depres­si­on (nach­zu­le­sen auf der Sei­te der Deut­schen Depres­si­ons­hil­fe). Hier kommt die Web­sei­te eines Betrof­fe­nen, die zei­gen soll, dass Depres­sio­nen Offen­heit in der Mit­te der Gesell­schaft ver­die­nen und wie das Leben 

Neulich im Interpunktionsmeeting

Neulich im Interpunktionsmeeting

Macht mal Platz da – ich brau­che Raum zum Den­ken“, ver­schaff­te sich der Gedan­ken­strich einen Leer­schritt links und rechts. „Du auf­ge­bla­se­ner Bin­de-Strich“, ätz­ten die Vier­tel­ge­vier­te Aus­las­sungs- und Trenn­strich gemeinsam.

Immer­hin dop­pelt so lang wie ihr“, spran­gen Gedan­ken­strichs Geschwis­ter, Bis- und Stre­cken­strich, ihrem gleich­lan­gen Halb­ge­viert-Bru­der zur Sei­te. „Und die Leer­schrit­te kann er von uns haben, wir brau­chen sie ja meist nicht.“

Bei Euch geh­t’s immer nur um ‚Län­ge‘“, maul­ten die Anfüh­rungs­zei­chen. „Habt ihr auch mal bemerkt, wie hübsch wir uns immer in der Form ‚99 – 66‘ run­den?“ „Klar …“, lie­ßen die Aus­las­sungs­punk­te sich ver­neh­men, „nur der A… von Apo­stroph muss aus der Rei­he tan­zen und sich als ein­zi­ge 9 nach oben hängen …“

Bild von Free-Pho­tos auf Pixabay

Keine 2. Chance für den 1. Eindruck

Keine 2. Chance für den 1. Eindruck

Dass der ers­te Ein­druck wich­tig ist und kaum aus­ge­bü­gelt wer­den kann, gilt in beson­de­rem Maße für Tex­te. Stel­len Sie sich vor: Sie hal­ten das Ergeb­nis einer von Ihnen in Auf­trag gege­be­nen Unter­su­chung in den Hän­den. Beim Lesen des Manage­ment Sum­ma­ry fal­len Ihnen gleich zu Beginn Recht­schreib­feh­ler 

Selfpublishing: Qualität setzt sich durch

Selfpublishing: Qualität setzt sich durch

Das klingt auf den ers­ten Blick nach einer Pla­ti­tü­de. Doch etwas genau­er betrach­tet stellt sich auch bei Büchern wie bei allen ande­ren Pro­duk­ten die Fra­ge nach dem Maß­stab für Qua­li­tät. Das Qua­li­täts­ma­nage­ment gleich wel­cher Bran­che kann ein Lied davon sin­gen: Das Q in QM steht 

Sounds of Approval

Das Leben eines Lek­tors ist nicht frei von Beein­flus­sun­gen durch Tex­te – wer hät­te das gedacht?

Schlie­ße ich die Über­ar­bei­tung eines Abschnitts zu mei­ner Zufrie­den­heit ab, ertei­le ich inner­lich eine Art Tes­tat. Wür­de ich häu­fi­ger noch auf Papier arbei­ten, setz­te ich viel­leicht einen gro­ßen Haken unter den betref­fen­den Absatz. Da ich aber zumeist an einer Tas­ta­tur sit­ze, juckt es mich ledig­lich in den Fin­gern, denn ein dar­un­ter getipp­tes »OK« ist nicht das­sel­be. Nicht ein­mal, wenn ich es anschlie­ßend noch ganz groß und grün mache.

Kürz­lich habe ich mich dann dabei beob­ach­tet, wie ich mei­ne Bear­bei­tung mit einem akus­ti­sches Tes­tat abge­schlos­sen habe: »Ka-dunk!« mach­te es vor mei­nem inne­ren Ohr.

Da soll noch jemand behaup­ten, Lite­ra­tur für Kin­der sei nicht rele­vant. Mein tönen­der Bestä­ti­gungs­ver­merk ist genau das Geräusch, das der Stem­pel von Kom­mi­sar Gor­don macht, wenn es Wich­ti­ges fest­zu­hal­ten gilt.

Ich könn­te jetzt noch etwas anfü­gen über Leben und Lite­ra­tur vor dem Hin­ter­grund des soge­nann­ten Proust-Phä­no­mens … Aber man hat mir bedeu­tet, dass ich dann unter Umstän­den so gel­tungs­be­dürf­tig klän­ge wie Tho­mas Mann. Und das möch­te ich dann doch wirk­lich nicht (bei aller Wert­schät­zung für eini­ge sei­ner Werke).

LaTeX: Wie kommen die Texte hinein?

LaTeX: Wie kommen die Texte hinein?

LaTeX ist ein her­vor­ra­gen­des Satz­sys­tem, aller­dings ist es zur Tex­ter­stel­lung kaum ver­brei­tet. Gleich, ob Gebrauchs­text im Büro, wis­sen­schaft­li­cher Arti­kel im Son­der­for­schungs­be­reich oder Ent­wurf zum nächs­ten Roman – übli­cher­wei­se schreibt die Autorin zunächst ein­mal in einer Text­ver­ar­bei­tungs­soft­ware. Die­se funk­tio­niert nach dem WYSI­WYG-Prin­­zip: »What You See Is