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Erster Eindruck: Citavi Web

Erster Eindruck: Citavi Web

Cita­vi ist die ver­mut­lich im deutsch­spra­chi­gen Raum ver­brei­tets­te Soft­ware zur Lite­ra­tur­ver­wal­tung und Wis­sens­or­ga­ni­sa­ti­on. Wäh­rend mei­nes Stu­di­ums und zu Beginn mei­ner Pro­mo­ti­on habe ich frü­he­re Ver­sio­nen selbst genutzt, mit dem Wech­sel in die Welt von Linux-Betriebs­­­sys­­te­­men muss­te ich zu Zote­ro wech­seln, denn: Cita­vi lief aus­schließ­lich unter 

Nachhaltige Kleidung

Nachhaltige Kleidung

Was ist das Gegen­stück zur viel­fach kri­ti­sier­ten »Fast Fashion«? Hoch­wer­ti­ge Klei­dungs­stü­cke, die durch Unter­halts­re­pa­ra­tu­ren wei­ter­hin getra­gen wer­den kön­nen. Und wei­ter, und wei­ter … Wie­der ein­mal begeis­tert hat mich die hand­werk­lich her­aus­ra­gen­de Arbeit von Rai­sa Mackari­nus (Out­door Tex­ti­le Repair), als mich ent­schei­den muss­te: Wan­dert mein rund 50 

Mit der Zeit gehen

Mit der Zeit gehen

Für Kun­din­nen und Kun­den, die mit Micro­soft-Pro­duk­ten arbei­ten, lek­to­rie­re ich unter Win­dows 10, wenn die Zuver­läs­sig­keit von For­ma­tie­run­gen etc. dies erfor­dert. Dabei ist mir nach mei­ner letz­ten Instal­la­ti­on auf­ge­fal­len, dass ich ‒ also das Betriebs­sys­tem ‒ der Rea­li­tät häu­fig zwei Stun­den hinterherhinkte.

Zuerst dach­te ich, was solls, doch zei­tigt (ha!) das unter Umstän­den uner­wünsch­te Fol­gen: Eine schnel­le Ant­wort auf mei­ne E‑Mail sieht älter aus als ihr Anlass; ich weiß nicht mehr sicher, ob mei­ne Next­cloud-Syn­chro­ni­sie­rung zuver­läs­sig die aktu­ells­te Ver­si­on einer Datei erkennt … Hin­zu kam die Erfah­rung, dass mei­ne Pro­jekt-Zeit­er­fas­sung bis­wei­len plötz­lich zwei Extra-Stun­den auf­ge­zeich­net hat­te: Wenn Win­dows sich doch irgend­wann für die auch von ande­ren ver­wand­te Zeit­zo­ne »ent­schie­den« hatte.

Die Lösung war zum Glück ganz ein­fach: Win­dows-Tas­te tip­pen, »Diens­te« in das Such­feld ein­ge­ben, dann nach unten bis zum Ein­trag »Win­dows-Zeit­ge­ber« scol­len. Rechtsklick: Star­ten, anschlie­ßend gege­be­nen­falls noch in den Eigen­schaf­ten »auto­ma­tisch« als Start­typ aus­wäh­len. ‒ Dan­ke, Gün­ter Born!


Nachtrag:

Wie ich nun noch gelernt habe, ist die Sache bei Dual-Boot-Sys­te­men noch ein wenig kom­pli­zier­ter: Wäh­rend Ubun­tu sei­ne Zeit­syn­chro­ni­sa­ti­on auf der UTC basiert (Mit­tel­eu­ro­päi­sche Som­mer­zeit = UTC + 2 Std.), will Win­dows sich nach »Local Time« rich­ten. Wenn bei­de nun abwech­selnd »ihre« Zeit ins BIOS schrei­ben, gibt das Kon­flik­te. Lösen las­sen sie sich mit die­ser Anlei­tung.
So, mei­ne Sys­te­me sind nun hof­fent­lich dau­er­haft syn­chron ‒ dank mei­nem Freund Chris­ti­an.

Bild von Monoar Rah­man Rony auf Pixabay

Vakzin

Vakzin

Die­sem Wort für Impf­stoff kön­nen wir ja die­ser Tage kaum aus dem Weg gehen. Zunächst ist es auch gar nicht so kom­pli­ziert, haben wir es doch dank eben die­ser dau­ern­den Wie­der­ho­lung als Fach­wort mit neu­tra­lem Geschlecht abge­spei­chert. Und dann lese ich einen Arti­kel über »Sput­nik 

Apostroph

Apostroph

Ernst Jandl zeigt mit sei­nem Gedicht »ottos mops« den kor­rek­ten Gebrauch des Apo­stroph im Deutschen.

Impfdilemma

Impfdilemma

Schon bei Imma­nu­el Kant fin­det sich die Fra­ge auf­ge­wor­fen, wie denn Impf­nut­zen zu ‑risi­ko steht:

»Wer sich die Pocken ein­imp­fen zu las­sen beschließt, wagt sein Leben aufs Unge­wis­se: ob er es zwar tut, um sein Leben zu erhal­ten, und ist so fern in einem weit bedenk­li­che­ren Fall des Pflicht­ge­set­zes, als der See­fah­rer, wel­cher den Sturm doch wenigs­tens nicht macht, dem er sich anver­traut, statt des­sen jener die Krank­heit, die ihn in Todes­ge­fahr bringt, sich selbst zuzieht. Ist also die Pocke­n­i­n­o­ku­la­ti­on erlaubt?«

(Meta­phy­sik der Sit­ten A 75)

Dass Kant den posi­ti­ven Effekt auf ande­re uner­wähnt lässt, den die Imp­fung mit sich bringt – kei­ne Ver­brei­tung der Krank­heit –, dür­fen wir getrost dem Kon­text des Zitats zuschrei­ben: Das ers­te Buch der Tugend­leh­re ers­ter Teil han­delt »von den voll­kom­me­nen Pflich­ten gegen sich selbst«. Denn die über­ge­ord­ne­te Pflicht des kate­go­ri­schen Impe­ra­tivs – »Hand­le nur nach der­je­ni­gen Maxi­me, durch die du zugleich wol­len kannst, dass sie ein all­ge­mei­nes Gesetz wer­de« – ist ja durch­aus des Eigen­nut­zes unverdächtig.

Bild:
Wiki­me­dia Com­mons, Well­co­me Collec­tion gal­le­ry (2018–04-06):
https://wellcomecollection.org/works/dvq92nm2 CC-BY‑4.0

In den Wald eintauchen

In den Wald eintauchen

Ein Pro­jekt, das mir per­sön­lich nahe liegt, ist jetzt live gegan­gen: »Wald­ba­den mit Delia« erschließt den Ach­t­­sam­­keits-Trend mit unse­rem Freund, dem Baum, für Schles­­wig-Hol­stein. Ich freue mich, mit Tex­ten und der Erstel­lung der Wor­­d­­Press-Sei­­te einen Bei­trag geleis­tet zu haben. – Inter­es­siert? Schau­en Sie doch zuerst 

Wortbericht: Kairos

Wortbericht: Kairos

Nein, nicht ein sel­ten genug zu ver­wen­den­der Plu­ral der ägyp­ti­schen Haupt­stadt – son­dern der glück­li­che Moment der Ent­schei­dung. Die früh­grie­chi­sche Dich­tung und Phi­lo­so­phie ver­steht unter dem Kai­ros eine Stel­le in Zeit und Raum, »deren Erkennt­nis und Nut­zung dem mensch­li­chen Han­deln Gelin­gen ver­spricht« (HWPh IV, Sp. 667) 

Wortbericht: Janhagel

Wortbericht: Janhagel

Das alte Sub­stan­tiv J. steht für Gesin­del, Pöbel und ist im Nie­der­deut­schen des 17. Jahr­hun­derts ent­stan­den aus dem nie­der­län­di­schen Vor­na­men Johann/Jan und dem Fluch, dass jeman­den der Hagel tref­fen möge. (Vgl. etwa den Ein­trag im Digi­ta­len Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che, DWDS, sowie im Online-Duden.)

Mein vier­bän­di­ger Brock­haus von 1922 nennt den Jan des Begriffs übri­gens »Hans de[n] Dumm­kopf oder Hans Narr«, der »Hagel« stän­dig als Fluch im Mun­de füh­re. Und das Deut­sche Wör­ter­buch von Jacob und Wil­helm Grimm weiß von einem Vor­kom­men in Schil­lers »Ver­bre­cher aus ver­lo­re­ner Ehre« (Bd. 10, Sp. 2263).

Wie ich auf die­ses unge­wöhn­li­che Wort gesto­ßen bin? In Momen­ten der Muße neh­me ich gern ein mehr oder min­der zufäl­li­ges Buch aus dem Regal, um ein wenig hin­ein­zu­schnüs­tern. Heu­te war es Eugen Kogons »Der SS-Staat« von 1946: Im Vor­wort sieht Kogon die Zeit der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger weder als ver­gan­gen an noch wähnt er uns in Zukunft sicher, dass nicht der »Jan­ha­gel mit Ver­gnü­gen erneut über die Juden her­fie­le« (VI).

Wir haben allen Grund, uns selbst nicht über einen Jan­ha­gel zu erhe­ben und stets zuerst unse­re eige­nen Moti­ve zu prüfen.

Ach, Aldi

Ach, Aldi

Cor­­po­ra­­te-Iden­­ti­­ty-Schrei­­bun­­­gen, wohin man schaut. Fast gewöh­ne ich mich an Namens-Ver­­­sa­­li­­sie­­rung (ALDI) und Bin­nen­ma­jus­keln (Lin­kedIn). Das tue ich zwar gern als typo­gra­phisch schlech­ten Stil und bis­wei­len seman­ti­schen Unsinn ab – wobei ich mich aber wirk­lich nicht auf ein blo­ßes Schul­ter­zu­cken zurück­zie­hen kann, das ist die weit