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Geschichten aus bald hundert Jahren

Geschichten aus bald hundert Jahren

Zur Begut­ach­tung ihres jüngs­ten Manu­skripts hat­te ich die Ehre, eine beein­dru­cken­de Autorin ken­nen­zu­ler­nen: Ingele­ne Rode­wald. Die 1922 in Hol­ten­au gebo­re­ne Kie­le­rin hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zahl­rei­che Erin­ne­rungs­bü­cher ver­öf­fent­licht: Stets ver­ar­bei­tet sie dabei eige­ne Erfah­run­gen und die ihrer Fami­lie, wie etwa die ihrer Tan­te in 

Workshop: Wissenschaftliches Arbeiten – die Basics

Workshop: Wissenschaftliches Arbeiten – die Basics

Pünkt­lich zum Beginn des Win­ter­se­mes­ters ver­an­stal­te ich den fol­gen­den Work­shop: 4‑stündiger Schnell­kurs in den Grund­la­gen wis­sen­schaft­li­chen Arbei­tens The­men­fin­dung (Lite­ra­­tur-) Recher­che Zitie­ren und Zita­ti­ons­sti­le Wunsch­the­men mög­lich Maxi­mal 8 Teilnehmer:innen, inklu­si­ve Hand-out. Kurs­ge­bühr: 99 Euro p. P. Sams­tag, 2. Okto­ber 2021, 10–14.30 UhrLes­sing­platz 4, 24116 Kiel Hygie­­­ne-Kon­­ze­p­­t/­­Co­ro­­na-Regeln: Es gilt 

Erster Eindruck: Citavi Web

Erster Eindruck: Citavi Web

Cita­vi ist die ver­mut­lich im deutsch­spra­chi­gen Raum ver­brei­tets­te Soft­ware zur Lite­ra­tur­ver­wal­tung und Wis­sens­or­ga­ni­sa­ti­on. Wäh­rend mei­nes Stu­di­ums und zu Beginn mei­ner Pro­mo­ti­on habe ich frü­he­re Ver­sio­nen selbst genutzt, mit dem Wech­sel in die Welt von Linux-Betriebs­sys­te­men muss­te ich zu Zote­ro wech­seln, denn: Cita­vi lief aus­schließ­lich unter Windows.

Swiss Aca­de­mic Soft­ware, die Fir­ma hin­ter Cita­vi, zeich­ne­te sich damals durch einen außer­or­dent­lich guten und sehr per­sön­li­chen Kun­den­ser­vice aus. So kam es, dass ich bald tele­fo­nisch bei Peter Meu­rer, dem dama­li­gen Lei­ter Sup­port und Pro­gramm­kon­zep­ti­on vor­stel­lig wer­den konn­te, um mei­nen Ent­wick­lungs­swunsch zu plat­zie­ren: Ein platt­form­un­ab­hän­gi­ges Cita­vi, das ich unter Ubun­tu nut­zen konn­te, also am bes­ten browserbasiert.

Rund zehn Jah­re spä­ter ist es so weit: »Cita­vi Web ist da!«, pfif­fen es die ver­schie­de­nen Kanä­le von den Inter­net­dä­chern, inklu­si­ve Ein­la­dung zum Webi­nar. Dar­an habe ich heu­te Vor­mit­tag teil­ge­nom­men, und muss sagen, ich bin ehr­lich beein­druckt. Beein­druckt davon, wie mäch­tig Cita­vi auch in der web­ba­sier­ten Fas­sung, wie schlank das Design ist.

Und ich bin ent­täuscht. War­um? Cita­vi Web sei kom­pa­ti­bel mit Win­dows, Mac und Linux. Das ist web­ba­siert ja so gese­hen auch gar kein Wun­der. Als gegen Ende des Webi­nars die Wei­ter­ver­ar­bei­tung der biblio­gra­phi­schen Daten demons­triert wur­de, kam der Cita­vi Assi­stant für Word zum Ein­satz. Mei­ne Nach­fra­ge beim Sup­port gab dann die Bestä­ti­gung: Nein, in ande­re Text­ver­ar­bei­tun­gen kön­ne man die Daten nicht übernehmen.

Damit ist Cita­vi Web für Linux-Nut­zer wohl lei­der nur sel­ten eine ech­te Opti­on: Wer hat denn schon ein­mal Micro­soft Word auf einem uni­xo­iden Sys­tem zufrie­den­stel­lend zum Ein­satz gebracht? Eben. Bleibt allein die Opti­on LaTeX, das wird unter­stützt und funk­tio­niert ja bekannt­lich immer.

Bild von Nino Carè auf Pixabay

Nachhaltige Kleidung

Nachhaltige Kleidung

Was ist das Gegen­stück zur viel­fach kri­ti­sier­ten »Fast Fashion«? Hoch­wer­ti­ge Klei­dungs­stü­cke, die durch Unter­halts­re­pa­ra­tu­ren wei­ter­hin getra­gen wer­den kön­nen. Und wei­ter, und wei­ter … Wie­der ein­mal begeis­tert hat mich die hand­werk­lich her­aus­ra­gen­de Arbeit von Rai­sa Mackari­nus (Out­door Tex­ti­le Repair), als mich ent­schei­den muss­te: Wan­dert mein rund 50 

Mit der Zeit gehen

Mit der Zeit gehen

Für Kun­din­nen und Kun­den, die mit Micro­­soft-Pro­­­du­k­­ten arbei­ten, lek­to­rie­re ich unter Win­dows 10, wenn die Zuver­läs­sig­keit von For­ma­tie­run­gen etc. dies erfor­dert. Dabei ist mir nach mei­ner letz­ten Instal­la­ti­on auf­ge­fal­len, dass ich ‒ also das Betriebs­sys­tem ‒ der Rea­li­tät häu­fig zwei Stun­den hin­ter­her­hink­te. Zuerst dach­te ich, 

Vakzin

Vakzin

Die­sem Wort für Impf­stoff kön­nen wir ja die­ser Tage kaum aus dem Weg gehen. Zunächst ist es auch gar nicht so kom­pli­ziert, haben wir es doch dank eben die­ser dau­ern­den Wie­der­ho­lung als Fach­wort mit neu­tra­lem Geschlecht abgespeichert.

Und dann lese ich einen Arti­kel über »Sput­nik V« in der ZEIT und den­ke: »Ha! Da hast Du mal ne Beson­der­heit ent­deckt …« Oder doch einen Feh­ler?, lese ich doch bei Mar­tin Macho­w­ecz mehr­fach »die Vak­zi­ne« im Sin­gu­lar. Muss dann also ein Femi­ni­num sein. Was gilt?

Na klar, bei Unsi­cher­heit nicht gleich los­zu­ren­nen und eine vor­schnel­le Mei­nung fälsch­lich her­aus­zu­po­sau­nen, das ist nicht bloß wis­sen­schaft­li­che Tugend. Also grei­fe ich zum Hand­werks­zeug, zuerst natür­lich dem Duden:

Vak|zin, das: ‑s, ‑e (lat.) (svw. Vak­zi­ne); […] Vak­zi­ne, die; -,-n (Impf­stoff aus Krankheitserregern) […]

Duden. Die deut­sche Recht­schrei­bung. 27., völ­lig neu bear­bei­te­te und erwei­ter­te Auf­la­ge, Bd. 1, Ber­lin 2017, S. 1161.

Aha, Vak­zin bedeu­tet »so viel wie« Vak­zi­ne, ers­te­res Neu­trum, letz­te­res Femi­ni­num. Doch damit bin ich, ein­mal zur Recher­che auf­ge­bro­chen, nicht zufrie­den. Mein geschätz­ter vier­bän­di­ger Brock­haus von 1923 unter­schei­det noch wie folgt:

Vak­zin das (frz.), ursprüng­lich nur der Kuhimpf­stoff (die Kuh­po­ckenlym­phe), jetzt Bezeich­nung für Impf­stoff im all­ge­mei­nen. […] Vak­zi­ne (die), die Kuh­po­cke; auch gleich­be­deu­tend mit V.

Brock­haus. Hand­buch des Wis­sens in vier Bän­den. Sechs­te gänz­lich umge­ar­bei­te­te und wesent­lich ver­mehr­te Auf­la­ge von Brock­haus’ Klei­nem Kon­ver­sa­ti­ons-Lexi­kon, Vier­ter Band S–Z, Leip­zig 1923, S. 472.

Und im Digi­ta­len Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che ler­ne ich ers­tens im The­meng­los­sar zur COVID-19-Pan­de­mie, dass bei­de Begrif­fe heu­te syn­onym ver­wandt wer­den, »die Vak­zi­ne« aber der medi­zi­ni­sche­re Begriff ist; zwei­tens, dass »das Vak­zin« trotz all unse­rer gegen­wär­ti­gen Hob­by- und tat­säch­li­chen Viro­lo­gen wei­ter­hin gut dop­pelt so häu­fig ist wie das fach­sprach­li­che Femi­ni­num: Der DWDS-Zei­tungs­kor­pus ver­zeich­net fürs männ­li­che Wort 17, 22 Tref­fer auf eine Mil­lio­nen »Token«, für das weib­li­che ledig­lich 8,6.

Wie gut, dass wir ver­gli­chen haben.

Apostroph

Apostroph

Ernst Jandl zeigt mit sei­nem Gedicht »ottos mops« den kor­rek­ten Gebrauch des Apo­stroph im Deutschen.

Impfdilemma

Impfdilemma

Schon bei Imma­nu­el Kant fin­det sich die Fra­ge auf­ge­wor­fen, wie denn Impf­nut­zen zu ‑risi­ko steht: »Wer sich die Pocken ein­imp­fen zu las­sen beschließt, wagt sein Leben aufs Unge­wis­se: ob er es zwar tut, um sein Leben zu erhal­ten, und ist so fern in einem weit bedenk­li­che­ren 

In den Wald eintauchen

In den Wald eintauchen

Ein Pro­jekt, das mir per­sön­lich nahe liegt, ist jetzt live gegan­gen: »Wald­ba­den mit Delia« erschließt den Acht­sam­keits-Trend mit unse­rem Freund, dem Baum, für Schles­wig-Hol­stein. Ich freue mich, mit Tex­ten und der Erstel­lung der Wor­d­Press-Sei­te einen Bei­trag geleis­tet zu haben. – Inter­es­siert? Schau­en Sie doch zuerst in die FAQ.

Wortbericht: Kairos

Wortbericht: Kairos

Nein, nicht ein sel­ten genug zu ver­wen­den­der Plu­ral der ägyp­ti­schen Haupt­stadt – son­dern der glück­li­che Moment der Ent­schei­dung. Die früh­grie­chi­sche Dich­tung und Phi­lo­so­phie ver­steht unter dem Kai­ros eine Stel­le in Zeit und Raum, »deren Erkennt­nis und Nut­zung dem mensch­li­chen Han­deln Gelin­gen ver­spricht« (HWPh IV, Sp. 667)